Die Académie von Mont-Réal

Wir haben uns bereits in der Vergangenheit, im Bereich zur Präsentation des Archives und der Geschichte des Ordens, der großartigen Zeit zum Ende des 19. Jahrhunderts gewidmet, in der unser Orden unter der Leitung des Maitre Generals Alaixit Girond de Saint Amand stand und sich wie eine Rose in der Welt der Kunst, Literatur und Wissenschaft geöffnet hat... (siehe unseren Artikel: Geschichte des Ordens du Saint-Sauveur de Mont-Réal, Teil III, Die Rose öffnet sich - 1859-1965).
In Ergänzung zu diesem Artikel muss beachtet werden, dass unser Maitre General erst 21 Jahre alt war als er zum Meister des Ordens ernannt wurde, seine Kunst machte ihn sehr berühmt auf der „Tour de France“ von Compagnonnage. Sein Motto war: „Die Wahrheit ist, dass es zwei Waffen gibt, die für die Zukunft von Wert sind: der Glaube und die Arbeit.“
Er war befreundet mit George Sand, die wie sie sich erinnern, die erste „Chevaleresse“ unseres Ordens war. Durch Geroge Sand lernte Alaixit ihre Tochter Francoise Fabian kennen, die aus einer verborgenen Liebe zwischen Geroge Sand und Jules Sandeau entsprungen war und die er später heiratete.
Er und seine Frau, die Chevaleresse Francoise Fabian, führten den Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal durch ihre hervorragenden Kontakte zu einen völlig neuen Verständnis. Nun hatte der Adel des Blutes keinen Vorrang mehr vor dem Adel des Geistes. Der Ritter war nun auch Künstler, der seine Ideen zum Ausdruck brachte, indem er bewies, das er mit seiner Arbeit, mit einem Instrument, einen Pinsel, einen Meißel oder mit Worten alles sagen kann was er will. Unter seiner Regentschaft im späten 19. Jahrhundert wurde der Ordre Eqestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal durch viele Impulse der literarischen Gesellschaften Europas geprägt. Die Zahl der „gelehrten Gesellschaften“ die in dieser Zeit entstanden sind ist groß, die wichtigsten sind „l‘académie francaise des arts“ geleitet von Victor Hugo (eines Gründungsmitglieds der Academie und Ritters unseres Ordens), die „société des sauveteurs de Nice“ geleitet von Kommandant Féraud, „l‘ordre de Mélusine“ geleitet von der Prinzessin von Zypern ... Viele unserer Ritter waren Mitglieder der verschiedenen „gelehrten Gesellschaften“. Und in dieser Zeit kam es zu einer Allianz zwischen der Familie Ragny und insbesondere mit dem Marquis Bourdin de Ragny, einen bekannten Intellektuellen und Nachkommen einer Familie aus der Nähe von Mont-Réal, weshalb er sich auch „Marquis de Mont-Réal“ nannte, was ihm von Heinrich IV. gewährt wurde, und der Familie Guzman, Cousin des spanischen Zweiges der Familie Giron, die die Großmeister und Beschützer unseres Ordens sind. Dieses Treffen fand im Rahmen eines literarischen Abends statt, der von „le Caveau“ organisiert wurde, welcher ein Teil unseres Ordens war.
Es entwickelte sich sofort eine enge Freundschaft zwischen unserem Maitre General und dem Marquis de Ragny. Die Investitionen in Kunst und Literatur sowie in Krankenhäuser und Hilfswerke für die Ärmsten, die diese berühmte Familie unternahm, konnte dem Grafen Alaixit nicht gleichgültig bleiben.
So ist es verständlich, dass beschlossen wurde, „l‘académie de mont réal“, eine der berühmtesten Gelehrtengesellschaften am Ende des 19. Jahrhunderts, zu gründen, dessen Rektor unser Bruder Albert Mailhe - Commandeur der Montréaleser Commanderie Toulouse - wurde. Die Schirmherrschaft über die Academie wurde dem Marquis de Ragny übertragen, dem dafür der Titel des Grand Maitre Es lettres des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal übertragen wurde (in diesem Jahrhundert war man nicht geizig mit der Vergabe von pompösen Titeln). Die neugegründete Academie nahm sofort eine beträchtliche Größe an und zählte unter der Leitung des Marquis de Ragny nicht weniger als 600 aktive Mitglieder, die eine monatliche Zeitschrift veröffentlichten und zwei Wettbewerbe pro Jahr organisierten. So wurde die Academie an einem Tag im Jahre 1877 geboren.
Die Académie von Mont-Réal Wir werden uns an dieser Stelle nicht mit unserem Bruder dem Marquis de Ragny und einigen in heutiger Zeit in Frage gestellten Aktionen wie der Titulierung „Prinz von Mont-Réal“ beschäftigen. Denn es würde wahrlich sehr lange dauern und schwer nachzuvollziehen sein, ob unser Bruder tatsächlich der letzte Nachkomme des Fürsten von Mont-Réal war, sicher ist, das seine Mitgliedschaft in unserem Orden und die privilegierte Position, die er vom Maitre General Alaixit Girond de Saint Amand erhalten hat, daraufhin deuten, dass beide keine Fremden waren und dies zur Versöhnung unter den Nachkommen führte.
Woran wir im Hinblick auf den Marquis de Ragny an dieser Stelle aber erinnern wollen ist, dass er ein bedeutender Mäzen der Literatur und Wissenschaft war und an die Tatsache, dass durch ihn viele Impulse an unseren Maitre General zum Nutzen des Ordens kamen. Gegen Ende des Jahres 1877, also mit der Zertifizierung durch unseren Maitre General, wurde unser Bruder, der Marquis de Ragny, beauftragt, die Gründung der Académie de Mont-Réal zu vollziehen.
Dies wurde mit Hilfe unseres Bruders Albert Maihle in Toulouse realisiert, mit einem großen Poseie-Wettbewerb der Académie de Mont-Réal in der Stadt Toulouse. (Eine Bestellung von M. Merlin, dem Präfekten von Haute Garonne, vom 10. März 1881, genehmigte die Gründung einer literarischen Gesellschaft mit dem Namen „Académie Mont-Réal“.) Das einzige Ziel dieser Academie war es, Kunst und Kultur zu verbreiten, durch die Förderung von Briefen und durch die Einladung von französischen und ausländischen Autoren zu poetischen Turnieren in ihrer jeweiligen Sprache.
Ihre Zielsetzung war es die Menschheit und ihre Wohltäter, den Fortschritt und berühmte Männer zu feiern und schließlich das eigene Land und seine glorreiche Vergangenheit zu rühmen und zur zukünftigen Größe beizutragen. So organisierte die Gesellschaft monatliche Wettbewerbe und einen jährlichen Wettbewerb.
Als Sprachen für die jährlichen Wettbewerbe wurden akzeptiert: Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Kastilisch, Italienisch und Portugiesisch. Als Preise wurden Palmen in Gold, Silber und Bronze, Ehrenurkunden und Glückwunschbriefe überreicht.
Zu den jährlichen Wettbewerben zugelassen wurden die Mitglieder der Academie sowie die Teilnehmer der monatlichen Wettbewerbe (welche dezentralisiert durchgeführt wurden), die die besten Beiträge geleistet hatten.
Um zu zeigen welche Resonanz die jährliche Wettbewerbe erzielten, genügt es die Anzahl der offiziell eingesendeten Manuskripte zu erwähnen, die sich wie folgt zusammensetzten:
Französische Sektion: 865
Ausländische Sektion: 269
Der Vorsitz über de Prüfungskommission wurde unserem Bruder, dem Commandeur Albert Maihle anvertraut (eine bekannter Publizist, Mitglied mehrere wissenschaftlicher Gesellschaften, Autor zahlreicher Schriften und poetischer Werke).
Er wurde in der Prüfungskommission unterstützt von: MM. Henri d‘André, ehemaliger Richter; Dr. C. Narbal; Marie José Lluch Diaz, Vizekonsul von Spanien; Victor Levere, Publizist; Adolphe Rivet, Professor für Literatur und Deklamation am Konservatorium; J.-N. Ela, ehemalige Erster Inspektor; Auguste Lafourcade, Direktor der Ecole Montaudran; Lucien Cazals, Direktor der Ecole Montaudran; Henri Pellegrin, Arzt; Edouard Moirand, Rechtsanwalt; Pierre Bacquié, ehemaliger Erster Inspektor; Migual und José dos Santos, Portugiesischlehrer.
Als Emblem der Académie Mont-Réal wurde das Ankerkreuz des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal übernommen und die große Collane wie sie vom Maitre General des Ordens getragen wird: unterstützt durch drei Ketten.
Die Academie wurde viele Jahre betrieben und erlosch, nachdem sie sich auf verschiedenen Länder ausgebreitet hatte, an erster Stelle Frankreich und Italien, im Jahre 1910, aufgrund der Vorwehen des Ersten Weltkrieges, dessen dunkle Jahre für die Kunst nicht förderlich waren. Viele Dokumente sind glücklicherweise noch heute in unserem Besitz, wie zum Beispiel einige Exemplare der Publikationen der Academie, die durch unseren Bruder dem Commandeur Maihle auch von Frankreich nach Spanien gelangt sind. Diese Dokumente sind eine wahre Goldmine, weil sie die Namen und Funktionen vieler unserer Ritter aus den verschiedenen europäischen Ländern enthalten. So auch viele Italiener, die die Regeln des Ordens zitierten und die verschiedenen Arbeiten unserer Brüder auf dem italienischen Gebiet verbreiteten, das Gründungsdokument der Academie, ihre internen Regeln und viele weitere Informationen über unsere Vorfahren, die uns helfen, einige Löcher zu schließen, die durch den Diebstahl unseres Archivs während des Besuchs der Gestapo in unserer Zentrale in Paris entstanden sind.
Es würde an dieser Stelle zu lange dauern alle Dokumente der Académie de Mont-Réal zu beschreiben, die sich in unseren Besitz befinden (Bücher, Medaillen, Kreuze der Academie aus der Zeit ihrer Gründung, die Statuten,...), aber wir wollen sie heute mit diesem Abschnitt der Geschichte unseres Ordens vertraut machen, weil wir den Wunsch hegen, die Académie de Mont-Réal wiederzubeleben!
Der erste Versuch dazu wurde bereits 1980 unter der Schirmherrschaft des Priorats Belgien unternommen, mit einen Nachwuchsschreibwettbewerb für Jugendliche. Der erste Preis war damals eine Kulturreise für eine Woche nach Paris.
Uns erscheint es tatsächlich als notwendig, um unsere Werte der Gesellschaft zu vermitteln, in einer Zeit frei von Kultur und künstlerischem Geist, den Gedanken unseres verstorbenen Maitre Generals Alaixit Girond de Saint Amand aufzugreifen und wenn ich das so sagen darf, in Ehrung seines Stammbaums und seiner noble Familie die Academie neu zu beleben. Diese Wiedereröffnung wurde bei der Eröffnung des Museums des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal in der Burg Querfurt in Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt a.D. und mit Vertretern des Landtages formal besprochen.
Der Maitre General des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal ist der Schirmherr der Academie, und entscheidet über den Rat der Academie, wer als MItglied aufgenommen wird und wer nicht und über alle Führungskräfte.
Der Generalleutnant und der Generalinspektor des Ordens sind „ad vitam“ Mitglieder der Academie und dürfen die Erkennungszeichen tragen. Dekane der einzelnen Länder können bestellt werden, diese Ehre gebührt vor allem den Prioren der verschiedenen Länder in denen wir aktiv sind.
Die Statuten des Academie werden in Kürze bekanntgegeben, um die alten Regeln anzupassen und so unsere Academie an die aktuellen Gegenheiten anzupassen. Ein Teil der Dokumente aus unseren Besitz, die im Folgenden wiedergegeben werden, zeigen, dass die Entwicklung unseres Ordens, auch wenn er nach wie vor die selben Werte vertritt und unverändert verteidigt, es erforderlich ist die Gesetze der Academie zu erneuern.
Alle Dokumente bedürfen der Gegenzeichnung des Maitre Generals, des Generalleutnants, des Großkanzlers und des Rektor der Academie. Bei Bedarf können spezielle Delegationen ernannt werden. Auf Geheiß des Maitre Generals des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal wurden zur Wiedereröffnung der Academie ernannt:
Chevalier-Prévôt Heino Graf Möller: Rektor der Académie Mont-Réal
Chevalier Dr. phil. Enrico Paust: Prorektor für Schriftverkehr und Finanzen der Académie Mont-Réal
Chevalier-Prévôt George Cattelain: Dekan für Belgien